Die ev.-
luth. Kirche
in Kolenfeld /
Stadt Wunstorf,
Region Hannover
Sanierung
des Dachstuhls

Das Dorf Kolen­feld, das heute zur Stadt Wuns­torf gehört, war lange Zeit Mittel­punkt der Ver­waltung von großen Länderei­en, die dem Zister­zienser­kloster Loccum in der Gegend gehörten. Daran erinnert heute noch der so­genan­nte Mönche­hof, Rest eines um­fang­reicher­en mittel­alter­lichen Kloster­hofes („Grangie“). Auf eine jahr­hun­derte­lange land­wirt­schaft­liche Prä­gung weist auch das reiz­volle En­semble im Orts­zen­trum aus der ev.-luth. Kirche, dem alten Pfarr­haus, der Pfarr­scheune und einigen land­wirt­schaft­lichen Ge­bäuden hin.

Die Kirche
Kolen­feld war durch die Fol­gen ver­schieden­er krieger­ischer Er­eig­nis­se im 16. und 17. Jahr­hundert eine arme Ge­meinde, die trotz der über ein hal­bes Jahr­hundert an­dauern­den Bau­fällig­keit ihrer Kirche erst 1743 an einen Neu­bau gehen kon­nte. Der schlich­te weit­räumige Recht­eck­saal wurde nach dem Ent­wurf von J. D. Schneider bis 1747 an die Ost­seite des aus der ersten Hälfte des 12. Jahr­hunderts stam­men­den mäch­tigen ro­manisch­en Tur­mes an­ge­baut. Sie steht auf den Fun­damen­ten der ro­manisch­en Vor­gänger­kirche. Zwei mäch­tige Lin­den, die 1817 an­läss­lich des 300-jährig­en Re­formations­jubi­läums ge­pflanzt wur­den, bil­den einen maler­ischen Durch­gang zur Kirchen­tür.

Drei Aus­stat­tungs­stücke be­herr­schen den an­sons­ten schlicht ge­stalteten Innen­raum der Kirche: der ba­rocke Kanzel­altar mit seinen ko­rinthi­schen Kolos­sal­säulen und theatra­lisch be­wegten Figuren, der 1747 von dem be­deuten­den han­nover­schen Bild­hauer Johann Friedrich Blasius Ziesenis stammt, der 1651 da­tierte steinerne Tauf­stein und die Orgel mit ihrem ba­rocken Pro­spekt, die von Franz Wilhelm Naumann ge­schaffen wurde, einem Sohn des Johann Matthias Naumann, eines Meister­schülers des Orgel­bauers Arp Schnitger.

Kolen­feld war durch die Fol­gen ver­schieden­er krieger­ischer Er­eig­nis­se im 16. und 17. Jahr­hundert eine arme Ge­meinde, die trotz der über ein hal­bes Jahr­hundert an­dauern­den Bau­fällig­keit ihrer Kirche erst 1743 an einen Neu­bau gehen kon­nte. Der schlich­te weit­räumige Recht­eck­saal wurde nach dem Ent­wurf von J. D. Schneider bis 1747 an die Ostseite des aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammenden mächtigen romanischen Turmes angebaut. Sie steht auf den Fundamenten der romanischen Vorgängerkirche. Zwei mächtige Linden,

Kirche lebt
im Dorf
Die Kirchen­gemeinde Kolen­feld ist nach dem Leit­bild „Kirche lebt im Dorf“ volks­kirch­lich ge­prägt. Mit sehr viel ehren­amt­lichem En­gage­ment, das von vielen aktiven Ge­meinde­mit­gliedern ge­tra­gen wird, kon­nte sie in den letzten 20 Jahren große Pro­jekte rea­lisieren: So den Um­bau der alten, bau­fälligen Pfarr­scheune zu einem Ge­meinde­haus, das von kirch­lichen, aber auch von nicht­kirch­lichen Gruppen ge­nutzt wird. Sie bildet mit dem weit­läufigen Außen­ge­lände, der Kirche und der Schule ein Zen­trum der Dorf­ge­meinde, dem sich die Men­schen ver­bun­den fühlen.
Ein wei­teres für den Ort wich­tiges Pro­jekt stellt nun die In­stand­setzung der Kirche dar, wobei der Kirch­turm und die Glocken in den letzten Jahren be­reits in Eigen­leistung sa­niert wer­den kon­nten. Um­fang­reich sind auch die Maß­nahmen, mit denen das Kirchen­schiff restau­riert wer­den soll: Re­para­tur des Daches, Ver­putz von Innen­wän­den und Außen­mauern, Neu­fassung der Innen­aus­stat­tung und Er­neuer­ung der elek­trischen An­lagen.

Bei der Vorbereitung der Instandsetzung stellten Sachverständige fest, dass das Dachgebälk von holzzerstörenden Pilzen („Holzporling“) befallen war. Partiell hatte die dadurch verursachte intensive Weißfäule die Holzsubstanz

Akuter
Pilzbefall
Bei der Vor­bereitung der In­stand­setzung stellten Sach­ver­ständige fest, dass das Dach­ge­bälk von holz­zer­stören­den Pilzen („Holzporling“) be­fal­len war. Par­tiell hatte die da­durch ver­ur­sachte in­ten­sive Weiß­fäule die Holz­sub­stanz zer­stört. Last­um­lager­ungen und damit eine Ge­fähr­dung der Trag­fähig­keit des Dach­stuhls waren zu be­obach­ten. Das Ge­wicht des Daches ver­teilte sich durch die zer­störten Bal­ken­teile anders auf das Mauer­werk. Der wechseln­de Druck kön­nte mit­tel­fris­tig zu Ris­sen an den Wän­den und zu einer Be­schädi­gung der Auflage­punkte am Außen­mauer­werk, letzt­lich aber zu einem zu­min­dest teil­wei­sen Ein­sturz der Kon­struk­tion führen.

Instand-
setzung

Die von Weiß­fäule be­fallenen Teile des his­tori­schen Dach­stuhls wa­ren nicht mehr in­stand­setzungs­fähig. Sie mussten aus­ge­tauscht werden. Die dringen­de Be­seiti­gung der Schä­den an der Dach­konstruk­tion führ­ten zu einer deut­lichen Er­höhung des Kosten­budgets. Die Wenger-Stiftung für Denk­mal­pflege be­teiligte sich ge­mein­sam mit an­deren In­stitu­tionen an der Finan­zierung, um der en­gagier­ten Kirchen­ge­meinde bei der Sa­nierung der Schäden am Dach­stuhl be­hilflich zu sein, eine un­um­gäng­liche Vor­aus­setzung für die fol­gende In­stand­setzung ihrer Barock­kirche.
Dr. Peter Königfeld

Die von Weiß­fäule be­fallenen Teile des his­tori­schen Dach­stuhls wa­ren nicht mehr in­stand­setzungs­fähig. Sie mussten aus­ge­tauscht werden. Die dringen­de Be­seiti­gung der Schä­den an der Dach­konstruk­tion führ­ten zu einer deut­lichen Er­höhung des Kosten­budgets. Die Wenger-Stiftung für Denk­mal­pflege be­teiligte sich ge­mein­sam mit an­deren In­stitu­tionen an der Finan­zierung, um der en­gagier­ten Kirchen­ge­meinde bei der Sa­nierung der Schäden am Dach­stuhl be­hilflich zu sein, eine un­um­gäng­liche Vor­aus­setzung für die fol­gende In­stand­setzung ihrer Barock­kirche.
Dr. Peter Königfeld

Literatur


Die Kunstdenkmale des Kreises Neustadt am Rübenberge. Textband. Bearb. von Arnold Nöldeke u.a. – Neudruck der Ausgabe 1958, Osnabrück 1979, S 81-87.

(Kunstdenkmälerinventare Niedersachsens 20).

Heinrich Lathwesen: Kolenfeld. Die Geschichte eines calenbergischen Dorfes. Wunstorf 1961.




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